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Jahreskonzert 2012

Jahreskonzert vom Samstag, 31.März 2012 in der Stadthalle Kirchheim (Text: Bericht des Teckboten)

Eindrucksvolle musikalische Vielfalt

Einen weiten Bogen über mehrere Epochen und Stilrichtungen der Musik schlug der Zither- und Akkordeonverein Kirchheim bei seinem Frühjahrskonzert in der Kirchheimer Stadthalle.

Kirchheim. Die Zithergruppe mit ihrem Leiter Fritz Rueß widmete sich zunächst mit einem Walzer und einem bayerischen Marsch der alpenländischen Volksmusik. Den nachfolgenden „Kleinen Zithermarsch“ hatte der Leiter speziell für seine Zithergruppe komponiert und die Melodie vom „Dritten Mann“ geschickt in den Hintergrund eingeflochten. Zum traditionellen „Köbeli-Walzer“ erklärte er, dass „Köbeli“ der Kosename für „Jakob“ ist. Mit dem fröhlichen Marsch „Prost Prost“ verabschiedete sich die Gruppe, doch das Publikum erklatschte sich noch eine Zugabe.


Konzertathmosphäre mit über 200 Gästen

Danach öffnete sich der Vorhang für vier Musiker mit Zither, Akkordeon, Geige und Gitarre, die sich „Schrammel-Quartett“ nannten, was die übliche Bezeichnung für diese nach dem Österreicher Johann Schrammel benannte Instrumentenkonstellation ist. Mit dem berühmten Wiener Walzer „Über den Wellen“ von Juventino Rosas demonstrierten sie gekonnt, wie die Melodie über die verschiedenen Instrumente verteilt werden kann. Es kam sogar zu einer „Welturaufführung“, denn die Mazurka „Wiener Kaffee“ hatte Fritz ­Rueß selbst komponiert. Mit dem „Olympia-Marsch“ setzte das Ensemble einen weiteren melodischen Akzent.


Das "Schrammel-Quartett"

Das Akkordeon-Jugendorchester unter der Leitung von Claudia Raichle wandte sich mit der spannungsvoll aufgebauten Filmmusik „Exodus“ der Weltmusik der Neuzeit zu. Die Pop-Suite „Open Air“ von Hans-Günther Kölz ließ mit ihren fünf verschiedenen Sätzen völlig verschiedene Stimmungen vom Ragtime über einen irischen Tanz bis hin zur spanischen Fiesta aufkommen. Auch der abwechslungsreiche, mal fröhlich und mal nachdenklich anmutende „Chihuahua-Cha-Cha“ von Gottfried Hummel fand beim Publikum großen Anklang, sodass noch eine Zugabe fällig war.


Das Jugendorchester

Nach der Pause setzte das Akkordeonorchester, ebenfalls unter der Leitung von Claudia Raichle, mit dem fanfarenartigen „Winter Games“ von David Foster das moderne Programm fort. Die mit „Rhapsodia“ betitelte Pop-Ouvertüre von dem holländischen Komponisten Robert Finn entführte mit ihren kontrastreichen Elementen die Zuhörer, aber auch die Aufführenden selbst auf eine emotionale, musikalische Abenteuerreise. „Rikudim“ war der Titel von vier israelischen Tänzen, und durch ein launiges Referat des Ersten Vorsitzenden Holger Reusch über das Beifallsverhalten des Publikums im Wandel der letzten 100 Jahre angeregt, gab es danach begeistertes Trampeln. Die Schnell-Polka „Potz Blitz“ von Hans-Günther Kölz war für die Zuhörer und das Orchester reine Erholung, nicht jedoch für die Solisten Rainer Lay und Harald Petrow, die die atemberaubend schnellen Läufe in perfektem Zusammenspiel meisterten. Mit dem Schlagen einer Glocke begann das Medley zu dem irischen Tanz-Musical „Lord of the Dance“ von Michael Flatley, das sich mit filigranem Flötenspiel langsam zum mit Schlagzeug und Kongas durchsetzten rasanten Finale steigerte. Nach diesem emotionalen Vortrag war der Applaus so groß, dass das Orchester um eine Zugabe nicht umhinkam.


Das Akkordeonorchester

„Ein guter Schluss ziert alles“, konstatierte gut gelaunt Wolfgang Haller und ließ seinen „Club 66“ Bill Ramsey „Pigalle“ vortragen. Da die Gruppe ihren Auftritt der Metropole Frankreichs gewidmet hatte, folgte Cole Porters spannungsvolles „Ganz Paris träumt von der Liebe“, mit dem Caterina Valente 1954 berühmt wurde. Mit „Der Student von Paris“ von Carlos Gedarro hatte die Gruppe einen weiteren passenden Titel gefunden. Zum Abschluss erklang der flotte Marsch „Hinter den Kulissen von Paris“, in den immer wieder einige Walzertakte eingearbeitet wurden. Nach einer schmissigen Zugabe gab es lang anhaltenden Beifall für einen abwechslungsreichen, unterhaltsamen Abend. sr


Ein Konzert aus Sicht der Tontechnik


Konzertprogramm